WOWW

Im letzten Herbst kamen wir in Kontakt mit dem WOWW-Prinzip. WOWW ist eine Abkürzung für "Working On What Works" und steht für eine lösungs(er)schaffende Strategie im Unterricht. Das Konzept basiert auf der lösungsorientierten Psychotherapie, welche hauptsächlich von Steve de Shazer geprägt wurde. Seine Frau, Insoo Kim Berg hat zusammen mit Lee Shilts auf dieser Basis ein pädagogisches Konzept für den Schulunterricht kreiert. Die wichtigsten Inhalte dabei sind:

  1. Wenn etwas nicht kaputt ist, dann repariere es nicht.
  2. Wenn etwas funktioniert, mach mehr davon. Die Tatsache, dass es einmal funktioniert hat, bedeutet, dass sowohl der Trainer als auch der Schüler weiss, wie es geht.
  3. Wenn etwas nicht funktioniert, mach etwas anderes
  4. Lösungen sind oftmals einfach. Z.B. etwas Kleines, aber Ungewöhnlicher/Verrücktes anstellen.
  5. Kleine Lösungen können zu grossen Veränderungen führen. Auf dem Weg zum Ziel den ersten Schritt bewusst ganz klein wählen, so dass er leicht gemacht werden kann.
  6. Veränderung ist konstant und unvermeidlich. Stabilität ist Illusion.
  7. Die Lösung hängt nicht immer mit den Problemen zusammen
  8. Kein Problem passiert andauernd. (Ein die Trainingsgruppe störendes Kind tut dies nicht die gesamte Zeit, in der es in der Gruppe ist. Es muss auch manchmal etwas Anderes tun. Das Wissen darum macht es uns möglich, ein Kind beim "etwas Gutes tun" zu erwischen und das Kind zu veranlassen, dieses erfolgreiche Verhalten zu wiederholen. )

Das Konzept hat uns begeistert und wir waren uns einig, dass wir unseren Unterricht noch stärker in diese Richtung verändern wollen. Aber was sich einfach anhört ist in der Umsetzung im Unterricht gar nicht so ohne. Deshalb sind wir seit diesem Frühjahr daran, diese Ansätze Schritt für Schritt einzubinden und uns an die "neue Welt" zu gewöhnen. Wir, die alle in einer Erziehung aufwuchsen, welche prioritär Fehler korrigierte und frühestens tertiär Komplimente für gelungenes verteilte, müssen uns zuerst einmal daran gewöhnen, nur das Gute zu sehen, resp. den funktionierenden Teil im nicht funktionierenden. Gar nicht so einfach.

Aber es macht Spass und wirkt sich aus unserer Sicht auch schon auf den Unterricht aus. Verbindlicher sind wir mit den Vereinbarungen mit den Kindern.  Und es ist ein tolles Gefühl, wenn plötzlich soviel Gutes geschieht ;-)

Wer noch mehr Infos will, hier das komplette Konzept. Und wir werden sicher schon bald wieder über unsere Erlebnisse berichten.