Weshalb sollen Kinder Kampfsport lernen?

Markus Schmid hat für die Schweizer Familie (SF 43/2016) herausgefunden, was wir schon lange wissen, lehren und anwenden:

 
  • Geringe Verletzungsgefahr durch klare Regeln: Beim Kämpfen will man niemanden verletzen, sondern lernt, seine Schläge und Griffe zu kontrollieren und sie unter Anleitung und mit klaren Regeln einzusetzen. Ausserdem lernen Kampfsportler im Training richtig zu fallen, was auch im Alltag und auf dem Pausenplatz vor Verletzungen schützt.

  • Kindern lernen zu kämpfen: Kämpfen zu lernen hat nichts mit Aggressivität zu tun, sondern mit Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken. Vor allem Jungs wollen wissen, wer der Stärkere und Bessere ist. Kinder haben im Training die Möglichkeit, sich unter Aufsicht zu messen.

  • Wir stärken Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein: Kinder lernen im Training eines Kampfsports aufrecht zu gehen, dem Gegner in die Augen zu schauen und ihre Kräfte zu spüren. Das gibt Selbstvertrauen und wer selbstbewusst auftritt, wird erfahrungsgemäss weniger angegriffen.

  • Wie verhalte ich mich bei einem Streit auf dem Pausenplatz? Wir unterrichten auch Persönliche Prävention: Kinder sollen wissen, dass sie sich verteidigen können, kennen aber vor allem andere Strategien, wie sie sich bei einem Streit oder einem anderen Angriff verteidigen können. Kurse in Persönlicher Prävention werden in allen Karate-Klassen durchgeführt.

  • Selbstverteidigung lernt man nicht in einem kurzen Kurs: Sogenannte Selbstverteidigungskurse sind nicht wirkungsvoll, da diese eine falsche Sicherheit vermitteln und im Ernstfall meist nichts nützen. Für eine effektive Selbstverteidigung ist jahrelanges regelmässiges Training notwendig, damit der Körper automatisch reagieren kann, wenn eine reale Gefahr droht. Das berücksichtigen wir, indem wir laufend Selbstverteidigungsinhalte in allen Klassen alters- und stufengerecht vermitteln.

  • Soziale Fähigkeiten werden in der Auseinandersetzung mit dem Gegenüber geschult: Beim Kampfsport setzen sich die Kinder körperlich und mental mit einem Partner, bzw. Gegner auseinander, Nähe und Körperkontakt sind notwendig. Für das Training sind soziale Fähigkeiten unabdingbar, wer seinen Partner nicht gut behandelt, der findet keine Gelegenheiten mehr zu üben.

  • Kindern lernen mit Siegen und Niederlagen umzugehen: Kinder lernen in der Auseinandersetzung mit einem direkten Gegenüber, der sie bisweilen auf den Rücken legt, besser zu verlieren als in einem Mannschaftssport, wo die Gruppe gemeinsam gewinnt oder verliert. Wer verliert ist dafür selbst verantwortlich und kann sich nicht hinter einer Mannschaft verstecken. Kohais lernen deshalb auch Rücksichtnahme, Selbstbeherrschung und Respekt.

  • Kampfsport fördert die Geschlechtergleichwertigkeit: Herauszuheben ist ausserdem, dass in keiner anderen Sportart Jungen und Mädchen so selbstverständlich miteinander trainieren wie in den Kampfsportarten. Die Auseinandersetzung mit dem anderen Geschlecht ist in der Arbeit mit dem Partner automatisch gegeben.

  • Zur Ruhe kommen: Die Kinder lernen durch das Begrüssungsritual und die kurze Meditation bei jedem Training auch zur Ruhe zu kommen, den Alltag hinter sich zu lassen und sich auf das bevorstehende Training zu konzentrieren. Erfahrungen zeigen, dass Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitstörungen durch regelmässiges Kampfsporttraining ruhiger und konzentrierter werden, da während dem Training der Fokus auf Disziplin und Konzentration gelegt wird, auch damit Verletzungen vermieden werden können.